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Eichstätt - Schutzengel-Kirche Innenansicht Altar
Oberbayern

Schutzengel Kirche:

Nach einem Jahrhundert schwerwiegender religiöser Auseinandersetzungen erwachten erneut die Kräfte zum monumentalen Bauen, das seit der Spätgotik erloschen war. Von 1583/97 ist die mächtige Raumschöpfung von St. Michael in München 1610/17 die richtungsweisende Studienkirche der Jesuiten in Dillingen entstanden. Der vom Geiste katholischer Reform erfüllte Bischof Johann Christoph von Westerstetten (1612-1636), der 1614 die Jesuiten nach Eichstätt berief, unter dessen Regierungszeit die Hälfte der verlorengegangenen Gebiete seines Bistums wieder zum alten glauben zurückkehrte, baute 1617/20 den Vätern des Gesellschaft Jesu an Stelle des alten Katharienenkirchleins eine neue, geräumige Kirche. Baubeginn am 9.1.1617, Einweihung am 30.8.1620. Beim Schwedensturm auf die Stadt wurden auch die Kirche am 12.2.1634 bis auf die Umfassungsmauern, die Chorwölbung und der Turm ein Raub der Flammen. Erst 1661 erfolgte die Wiedereinwölbung, 1717 die Stuckdekoratin und Freskenausschmückung, 1730/39 die Altarausstattung. Die Kollegskirche diente den Vätern Schutzengel Kirche in Eichstätt im Altmühltal der Gesellschaft, dem fürstbischöflichen Hofe und der marianischen Bürgerkongregation "Mariä Verkündigung". Sie birgt eine Armreliquie des hl. Franz Xaver, der 1704 zum 2. Stadtpatron erwählt wurde. Dessen Fest wird heute noch besonders begannen. 1773 Aufhebung des Jesuitenordens. 1809 beantragte in den Wirren der Säkularisation der damalige staatliche Administrator, die "alte baufällige Kapelle" abzubrechen. Minister Hompesch rettete die Kirche, 1844 Tünchung des Innenraumes, 1908/10 Restaurierung der wichtigen Altarblätter, 1961/64 umfassende Gesamterneuerung, 1964 von F. W. Schilling, Heidelberg, 6 Bronzeglocken; 1966 Orgel von M. Mathis, Näfels/Schweiz, mit mechanischen Spiel- und Registertraktur, 40 Register. Die Kirche des Bischöflichen Seminars dient für Gottesdienste der studierenden Jugend. Der Bau ist eine Wandpfeilerkirche. Das Langhaus wird von einer weitgespannten Wandpfeilern und den sie verbindenden Quertonnen. Letztere greifen in steilen Stichkappen in das Hauptgewölbe ein. Beiderseits öffnen sich je drei bis zur Mitteltonne emporsteigende Seitenkapellen. Auf ein schmales Vorjoch mit in den Ecken eingebauten Wendeltreppen folgen drei Gewölbejoche des Langhauses. Beim Vorwärtsschreiten wird die Funktion des Tragens, Emporsteigens und Überbrückens im Raume spürbar: Die Pfeiler wachsen bis zum Gebälk empor, über diesem setzen die Gurten an, wölben sich in die Tonne hinein und spannen eine Brücke zum gegenüberliegenden Pfeiler. Wie unter einer Folge von Triumphbögen führt die Prunkstraße des Mittelschiffes zum Chorraum hin. Dieser umfaßt ein Gewölbejoch und das Halbrund der Apsis. Der gesamte Bewegungsdrang wird hier eingefangen. Die Längswände des Chores sind fensterlos. Ein doppelter horizontaler Ring schließt den weiten Innenraum zusammen: die Kammer der den Längswänden entlang geführten Galerien, die sich im Chor ohne Unterbrechung durchgeführt wird. - Die Ausmaße der Kirche liegen nur teilweise unter jenen der Münchner St. Michaelskirche: lichte Gesamtlänge 51,70 m; lichte Gesamtbreite 27,60 m; Chorlänge 18,10 m; Breite des Chores 13,20 m; Höhe bis zum Gewölbescheitel 24 m; Spannweite des Langhaustonne 14,50 m; Höhe des Hochaltars 19 m. In der Entwicklungslinie der Jesuitenkirchen: il Gesu in Rom (1568-1575), St. Michael in München (1583-1597) und Studienkirche in Dillingen (1610-1617) nimmt die Schutzengelkirche einen sehr frühen und eigenständigen Platz ein.

Quelle: http://www.altmuehltal.de/eichstaett/schutzengel.htm

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Hochgeladen: 01/09/2011
Aktualisiert: 10/07/2014
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Stefan Huber
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Oberbayern liegt im Südosten des Freistaats Bayern und grenzt im Süden und Osten an Österreich, im Nordosten an Niederbayern und die Oberpfalz, im Nordwesten an Mittelfranken und im Westen an Schwaben. Verwaltungssitz des Bezirks und gleichzeitig Regierungssitz des Regierungsbezirks ist München. Oberbayerns Grenzen haben sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Insbesondere gibt es keinen spezifisch oberbayerischen Dialekt. Der Begriff „Oberbayern“ erscheint zum ersten Mal im Jahre 1255 bei der bayerischen Landesteilung. Die Ausdehnung war jedoch ursprünglich eine andere: Der Chiemgau und die Gegend von Bad Reichenhall gehörten damals zu Niederbayern.