3 Likes

Glauberg Keltengrab
Germany

Glauberg

http://de.wikipedia.org/wiki/Glauberg 

In anderen Sprachen Cymraeg English Italiano Русский

Keltischer Grabhügel auf dem Glauberg/Hessen

Der Höhenrücken des Glaubergs (Höhe 271 m ü. NN) am Ostrand der Wetterau ist ein Basaltausläufer des Vogelsberges in Hessen. Er liegt zwischen dem Zusammenfluss von Nidder und Seemenbach und gehört zur Gemeinde Glauburg. Im Südwesten vorgelagert ist ihm das Enzheimer Köpfchen. Nach Nordwesten fällt er steil ins Niddertal ab, im Süden zieht sich vom Bergfuß eine gegliederte Hochfläche zum 2 km entfernten Seemenbach hin.

Durch seine natürlichen Gegebenheiten ist der Glauberg für eine Besiedlung und Befestigung hervorragend geeignet: Seine Kuppe überragt das Umland um 150 m und bildet ein fast ebenes Plateau von über 800 m Länge und 80 m bis fast 200 m Breite. Auf der Hochebene liegt ein kleiner Weiher, der nicht von einer Quelle gespeist wird, sondern vom abfließenden Oberflächenwasser gebildet wird. Er führte bis zu Sprengarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg auch in trockenen Hochsommern stets Wasser.

Das Plateau des Glaubergs wurde bereits seit der Jungsteinzeit in der Mitte des 5. Jahrtausends v. Chr. besiedelt.

Zu einer zweiten Besiedlungsphase kam es während der spätbronzeitlichen Urnenfelderkultur im 10. und 9. Jahrhundert v. Chr.

Die erste Befestigung entstand wahrscheinlich in frühkeltischer Zeit im 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. Offenbar reichte der Weiher auf dem Plateau nicht mehr zur Wasserversorgung aus, und es mussten schützende Mauern, so genannte Annexwälle hangabwärts bis zum Quellhorizont gebaut werden, so dass ein riesiges Wasserreservoir von 150 m Länge und 60 m Breite umschlossen wurde. Die Erforschung der Besiedlung des Glaubergs und seines Umlandes in keltischer Zeit (Hallstattzeit und frühe Latènezeit) durch die Universität Mainz und die Römisch-Germanische Kommission wird seit 2004 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in dem Schwerpunktprogramm „Frühe Urbanisierungs- und Zentralisierungsprozesse“ (DFG-SPP 1171) gefördert.

In römischer Zeit (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) blieb der Glauberg unbesiedelt, vermutlich wegen seiner Nähe (5 km) zum Limes.

Im 4. bis 5. Jahrhundert hatte der Glauberg wieder zentrale Bedeutung als Höhensiedlung eines alemannischen Kleinkönigs.

Im 7. bis 9. Jahrhundert trug er eine fränkische Großburg.

Im 12. und 13. Jahrhundert wurde der Glauberg in das staufische Burgensystem eingegliedert, wobei ein turmartiges Burggebäude am Rande der Mauerbefestigung errichtet wurde, dessen Untergeschoss mit romanischem Torbogen noch erhalten ist. Aus dieser Zeit stammen auch die Fundamentreste mittelalterlicher Häuser am Nordrand des auf der ganzen Fläche besiedelten Plateaus.

Die Zerstörung der Burg und damit das Ende der Besiedlung des Glaubergs erfolgte wahrscheinlich im Jahr 1256.

Der Keltenfürst vom Glauberg 

Schon seit Jahrzehnten forschen Archäologen am Glauberg nach den früheren Kelten. Bei einem Erkundungsflug im Jahr 1988 erkannten Heimatforscher am Südhang des Glaubergs die Spuren eines riesigen Grabhügels in einem Getreidefeld. Später wurde noch ein zweiter Grabhügel entdeckt, der durch geophysikalische Messungen lokalisiert werden konnte. Beide Hügel waren eingeebnet und vom Boden aus nicht zu erkennen. Zwischen 1994 und 1997 führte das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden, Ausgrabungen durch. Die Grabanlage wurde anschließend rekonstruiert und steht zur Besichtigung zur Verfügung.

Die reich ausgestatteten Gräber dreier keltischer Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Die Gräber werden zu den keltischen Fürstengräbern gezählt und gehören zu den prachtvollsten, die aus dieser Zeit bekannt sind. Eine weitere Sensation war die Entdeckung einer lebensgroßen Steinfigur eines Kriegers. Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Stele (Statue) ist mit einer haubenartigen Kopfbedeckung versehen, die als (Mistel-)Blattkrone gedeutet wird und als Grabbeigabe in Grab 1 gefunden wurde. Da die Mistel laut antiker Autoren bei den Kelten eine wichtige kultische Bedeutung besaß, mag dies auf die Rolle des Bestatteten als Priester hinweisen. Diese Figur des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist bislang der bedeutendste Fund der Latènekultur in Hessen. Originalgroße Kopien der Statue können im Heimatmuseum in Glauburg sowie im Wetteraumuseum in Friedberg besichtigt werden. Fragmente von drei weiteren Statuen, die der ersten en detail gleichen, aber andere Proportionen aufweisen, wurden ebenfalls gefunden.

Die bedeutendsten Fundstücke aus den Gräbern selbst sind ein goldener Halsreif und eine keltische Schnabelkanne. Die Funde waren im Hessischen Landesmuseum Darmstadt bis zu dessen Schließung aufgrund von Renovierungsarbeiten ausgestellt und sind derzeit nicht zu besichtigen.

Weiterhin wurden am Fuß des großen Grabhügels Pfostenlöcher von 16 Holzpfosten gefunden, deren genaue Funktion nicht bekannt ist. Einer von dem Frankfurter Astrophysiker Prof. Dr. Bruno Deiss aufgestellten Theorie nach, handelt es sich dabei um ein keltisches Kalenderbauwerk, das zur astronomischen Bestimmung von Feiertagen verwendet wurde. Die These, wonach das Kalenderbauwerk Grundlage der überregionalen Bedeutung des Glaubergs in frühkeltischer Zeit ist, ist ebenso umstritten wie die These, dass dafür eine angeblich verkehrsgeopgraphisch günstige Lage des Glaubergs entscheidend war. Eine mögliche Rekonstruktion dieses Kalenderbauwerks wurde am 1. September 2007 eingeweiht.

Im Herbst 2007 wurde mit dem Bau eines Keltenmuseums in der Nähe des Grabhügels am Glauberg begonnen. Die vom Land Hessen getragenen Kosten für den Bau sind mit rund 6 Millionen Euro veranschlagt. Seine Fertigstellung ist für Ende 2010 geplant. Dann werden dort alle Originalfunde einschließlich der Stele des keltischen Kriegers zu sehen sein.

Copyright: Dieter Kik
Type: Spherical
Resolution: 7882x3941
Chargée: 13/12/2008
Mis à jour: 20/06/2014
Affichages ::

...


Tags: glauberg keltengrab
comments powered by Disqus

dieter kik
Glauberg Grab Keltenfurst
dieter kik
glauberg keltengrab
Thomas Schwarz
Glauberg Keltischer Grabhuegel
Thomas Schwarz
Glauberg Museum Keltenfuerst
Thomas Schwarz
Glauberg Museum
Thomas Schwarz
Glauberg Keltenmuseum
Markus Freitag
-Glauberg- Keltenwelt - Plateau Westseite
Markus Freitag
-Glauberg- Keltenwelt - Blick nach Heegheim
Markus Freitag
-Glauberg- Keltenwelt - Zisterne
Markus Freitag
-Glauberg- Keltenwelt - Aussichtsplatform
Markus Freitag
-Glauberg- Keltenwelt - Hausruinen
Markus Freitag
-Glauberg- Keltenwelt - Plateau Ostseite
Pablo Castillo - 360Ecuador
Inside the Boing 737-200
Pablo Castillo - 360Ecuador
Bartholome-Galápagos
Миша Галян
Denton's room
Миша Галян
Yelovoye-lake near Chebarkul (Chelyabinsk region)
Sergej Esnault
Sunrise over Saharan desert Erg Chebbi - Morocco
Roy Alvarez
Sheikh Zayed Grand Mosque Main Ground
Iraklis Kavouklis
The Monastrery of Agios Pandeleimon - Tilos - Greece
Christian Laheyne
Tinmel - The forgotten mosque
Tom Hurley
Cockwood Wreck
Christian Laheyne
Mhamid - Bivouac under the Stars
Maciej G. Szling
Morskie Oko
Andrea Biffi
Howth harbour on Irish Sea
dieter kik
Wheels
dieter kik
Neige Cathedrale Art de Cornouaille
dieter kik
le pere noel saute du ciel moulin vert Quimper 5
dieter kik
6. manif retrait 60 Quimper 4869
dieter kik
Neige sur la tete de Laennec devant la Mairie de Quimper
dieter kik
Quimper rue Kereon Macaron
dieter kik
chants marins fete filets bleus concarneau bretagne france cc1
dieter kik
Tour César entrée, Provins, Seine et Marne, France 4208
dieter kik
6. manif retrait 60 Quimper 5457
dieter kik
illuminations de Noël, Pont Medard, Quimper, Finistere, France 9338
dieter kik
la classe du patrimoine Plovan
dieter kik
Accueil, Interpretation, Thiepval, Picardie 7248
More About Germany

Germany? Before the beginning there was Ginnungagap, an empty space of nothingness, filled with pure creative power. (Sort of like the inside of my head.)And it ends with Ragnarok, the twilight of the Gods. In between is much fighting, betrayal and romance. Just as a good Godly story should be.Heroes have their own graveyard called Valhalla. Unfortunately we cannot show you a panorama of it at this time, nor of the lovely Valkyries who are its escort service.Hail Odin, wandering God wielding wisdom and wand! Hail Freya, hail Tyr, hail Thor!Odin made the many lakes and the fish in them. In his traverses across the lands he caused there to be the Mulheim Bridge in Cologne, as did he make the Mercury fountain, Mercury being of his nature.But it is to the mighty Thor that the Hammering Man gives service.Between the time of the Nordic old ones and that of modern Frankfort there may have been a T.Rex or two on the scene. At least some mastodons for sure came through for lunch, then fell into tar pits to become fossils for us to find.And there we must leave you, O my most pure and holy children.Text by Steve Smith.