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Grafenau - Stadtplatz, unter den Bäumen
Germany

Grafenau:

Die bayerische Stadt Grafenau liegt im Landkreis Freyung-Grafenau im Regierungsbezirk Niederbayern. Der staatlich anerkannte Luftkurort im Bayerischen Wald erlangte 1376 die Stadtrechte und gilt somit als die älteste Stadt des Bayerischen Waldes. Grafenau ist Sitz der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald.

Geschichte:
Der erste schriftliche Nachweis über Grafenau stammt aus dem Jahr 1255. Im Jahr 1376 erhob Kaiser Karl IV. sie zur ersten Stadt des Bayerischen Waldes, da die Stadt dadurch das Recht erhielt eine Stadtmauer zu errichten und somit der Salzhandel mit Böhmen gesichert wurde. Grafenau lag am Goldenen Steig welcher eine Handelsverbindung zwischen Österreich, Bayern und Böhmen darstellte. Kurz zuvor, im Jahr 1375, fiel das Gebiet um Grafenau, verwaltet vom Schloss Bärnstein aus, nach dem Aussterben der Grafen von Hals an Landgraf Johann I. von Leuchtenberg. 1417 kam es an Graf Etzel von Ortenburg und 1438 an die Wittelsbacher.

1450, 1468 und 1504 wurde Grafenau von Böhmen überfallen und die Gulden Strass unpassierbar gemacht. Im 16. Jahrhundert ging der Salzhandel zurück und somit verlor Grafenau an wirtschaftlicher Bedeutung. Noch heute erinnert das jährliche Säumerfest, das 1976 zur 600-Jahr-Feier der Stadt erstmals veranstaltet wurde, an die Säumer genannten Salzhändler.

1521 erhielt Grafenau sein erstes Rathaus. Schon 1523 wurde Grauenaw in der von Johannes Aventinus angefertigten ersten Landkarte von Bayern ausgewiesen.

Im Jahre 1634 grassierte die Pest in der Folge von Einquartierungen fremder Truppen im Dreißigjährigen Krieg und 1742 plünderten die Panduren (ungarische Husaren) Grafenau. In den Jahren 1504, um 1545, zwischen 1550 und 1572, 1639, 1832, 1844 und 1850 wüteten Stadtbrände. Dennoch wurde die Stadt immer wieder neu aufgebaut. Die Guldenstraße wurde bis 1772 immer wieder repariert. 1845/46 entstand auf dem Stadtplatz das markante alte Rathaus mit seinem zierlichen Türmchen an der Stelle früherer Rathäuser.

Im Zweiten Weltkrieg blieb Grafenau unbeschädigt. Im Gegensatz zur Nachbargemeinde Schönberg kam es in Grafenau auch beim Einmarsch der Amerikaner zu keinen kriegerischen Handlungen, da der Stadtpfarrer Rankl mit seiner Nichte den Truppen mit einer weißen Fahne entgegenging und ihnen die Kapitulation der Stadt Grafenau anbot.

Am 3. Februar 1946 fanden die ersten Gemeindewahlen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Seit 1965 ist Grafenau ein staatlich anerkannter Luftkurort. Nicht zuletzt aufgrund der Integration zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebener erfolgte in den Nachkriegsjahren ein intensiver Wohnungsbau. Die Zahl der Gebäude stieg von 186 im Jahr 1945 auf 562 am 31. Dezember 1978 (ohne Eingemeindungen).

Am 6. September 1967 fand in der Stadt die offiziell Gründungsversammlung des Zweckverbandes zu Förderung des Projektes eines Nationalparks Bayerischer Wald statt. Bis 1972 war Grafenau Kreisstadt. Im Zuge der Kreisreform verlor die Stadt diesen Status. Durch die Zusammenlegung der beiden Altlandkreise Grafenau und Wolfstein entstand der Landkreis Freyung, ab dem 1. Mai 1973 Landkreis Freyung-Grafenau, mit dem Verwaltungssitz in Freyung.

Bis 1974 wurde in Grafenau die Brasiltabakfabrik Bogenstätter betrieben. Zunächst in Perlesreut, unweit von Grafenau, wurde die Tabakfabrik bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs mit einer Dieselmotoranlage betrieben, die gleichzeitig den Ort mit Strom versorgte. Mit der Verknappung von Rohöl während der Kriegsjahre wurde die Anlage ab Herbst 1915 nach Grafenau in die ehemalige Mittermühle am Venusberg verlegt um dort die Produktion - aus heutiger Sicht ihrer Zeit voraus - bis zur Stilllegung der Fabrik alternativ mit Wasserkraft aufrechtzuerhalten. Die Schnupftabakfirma Alois Pöschl kaufte die Firma und damit auch die Rezepte auf. Noch heute wird der Schmalzler "Perlesreuter Waldler Fresko" der Firma Bogenstätter von der Firma Pöschl mit unveränderter Rezeptur hergestellt und vertrieben.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Grafenau_(Niederbayern)

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Updated: 10/07/2014
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