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Stubenberg - Pfarrkirche Blick von der Empore
Bavaria

Das Edelgeschlecht von Stubenberg erbaute mit seiner Burg zugleich eine Kirche, für die sie pfarrliche Rechte erlangte.Die älteste Urkunde um 1270 nennt hierzu "Wulfingus de Stubenberg". In Urkunden aus dem Jahre 1330 (Diözesenmatrikel) ist Stubenberg bereits als Pfarrei erwähnt.

Von diesen Edlen, die Ministerialen des Klosters Vornbach waren, kam das Schloß und die Kirche an die Closen von Arnstorf, die es 1512 an die Baumgarten verkauften. Spätere Inhaber waren die Grafen von Lamberg und ab 1569 die Höhenkirchner. Nach einer teilweisen Zerstörung 1504 im niederbayerischen Erbfolgestreit nach dem Tod Georgs des Reichen blieben von der wehrhaften Burg nur kümmerliche Mauerreste.

Aus der Schloßkirche aber ist die prachtvolle Pfarrkirche entstanden, die dem Heiligen Ritterpatron GEORG und Papst URBAN geweiht ist.

GEORG stammte aus Kappadozien und diente im römischen Heer, bis er um 303 in der Diokletianischen Verfolgung wohl enthauptet wurde. Seit dem Sieg Kaiser Konstantins d. Gr. über Licinius 324 wird er als "Groß-Martyrer" gefeiert; an ihn knüpft die Legende vom Drachenkampf.

URBAN I. regierte als Papst die Kirche von 222 - 230, sein Fest am 25. Mai gilt seit dem 9. Jahrhundert als bäuerlicher Lostag, als "Weinpatron" erinnert er an den Weinanbau zu Winklham-Weinzierl (Urkunde von 1440) mit eigenem Weingericht und Weinlehen. 1743 - während des Österreichischen Erbfolgekrieges - brach ein verheerender Brand aus, der die gotische Kirche schwer beschädigte. Die Einwohner Stubenbergs begannen sofort mit der Reparatur und dem Wiederaufbau der Kirche.

Schon 1442 begann die Wallfahrt zum Marienbild in der Stubenberger Kirche, aber erst 1722 kam der große Pilgerstrom in Bewegung, durch den die Notwendigkeit eines Ausbaus der Kirche entstand. So wurde diese um um ein zweijochiges nördliches Seitenschiff, die Frauenkapelle erweitert.

1812 wurden Stubenberg und die Nachbarpfarreien vom Bistum Passau abgetrennt und der Erzdiözese Salzburg einverleibt, was 4 Jahre später, am 14. Juli 1816 wieder rückgängig gemacht wurde.

Heute gehören Stubenberg und Prienbach zum Dekanat Simbach am Inn.

Nach dem Schloßbrand 1743 erhielt die Kirche ein neues Tonnengewölbe, das Carl Johann Gasteiger mit farbenprächtigen Fresken schmückte.

1773 schuf er die beiden Freskengemälde für die Gewölbefelder des Chores. Um den festlich gedeckten Tisch eines prächtigen Palastes sitzen die Apostel oder sind in innerer Bewegung bereits aufgestanden, während Jesus beim letzten Abendmahl die Gaben von Brot und Wein in sein Fleisch und Blut verwandelt.

Das andere Bild schildert die Marter des heiligen Viktor. Es ist schwer zu sagen, um welchen Hl. Viktor es sich hier handelt, denn das Römische Martyrologium nennt an 35 Tagen diesen Namen, davon 31 Blutzeugen der frühen Kirche. Wahrscheinlich hatte der adelige Auftraggeber des Bildes eine besondere Beziehung zu diesem Heiligen.

Herrlich fügt sich der barocke Hochaltar in den Chorraum, zwei freistehende Säulen, im unteren Teil gedreht, und vier über Eck gestellte, unten kannelierte Pilaster tragen auf girlandengeschmückten Kapitellen das hohe Gebälk, über dem eine riesige goldene Krone schwebt. Zwei markante Bischofsgestalten stammen noch aus der Barockzeit. Erst seit 1978 ist dieser Altar hier, er stammt aus der Portenkirche St. Margaretha in Fürstenzell und wurde wahrscheinlich von Martin Haller geschaffen. Das Hochaltarbild malte der Tiroler P. Ig. Keill, ein Schüler Jakob Zeillers.

Eine besondere Kostbarkeit ist die spätgotische Madonna, die mit beiden Händen ihr Kind hält, entstanden um 1510 - 20.

Die reiche Freskenausmalung im Langhaus schuf ebenfalls Carl Johann Gasteiger. Auf den beiden großen Mittelbildern ist die Aufnahme des Hl. Georgs und der Hl. Margarethe, die er aus der Gewalt des Drachen befreit hatte, in die Herrlichkeit des Himmels dargestellt. In den Stichkappen sind die 12 Apostel und in den Gewölbezwickeln die vier Kirchenväter dargestellt.

6 bedeutsame Grabsteine in und an der Kirche halten die Erinnerung an die edlen Förderer des Gotteshauses lebendig, sie sind nicht nur von geschichtlichem Interesse, sondern auch herrliche Werke der Steinmetzkunst, so der Rotmarmorepitaph für den Bruder von Dr. Peter Paumgartner, Kanzler von Landshut und ab 1508 Besitzer des Schloßgutes Ering. Daneben ist ein Renaissancestein um 1600 mit der Krönung Mariens und der betenden Stifterfamilie in die Wand eigelassen. Andere Denkmäler erinnern an "Wolff von Baumgarten zum Stubenperg und Schanstet" 1569 in voller Ritterrüstung vor dem Kreuz kniend und an seine Gattin und seinen Vater; an "Joseph Reichsgraf von Baumgarten zu Frauenstein, auf Pillham, Stubenberg, Ammerland und Osterettering 1799. Der älteste Grabstein an der Außenmauer trägt die Umschrift "Anno Domini 1497 iar am Erchtag nach reminiscere starb der gestreng edl und vest Ritter her Hans von Klosen zum Stubenberg".

Die spätgotische Kirche aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert steht auf steiler Höhe. Der Turm hat drei quadratische Geschosse mit einem achteckigen Aufsatz und spitzem Helm. Wie die Westmauer ist auch er in Ziegeln gemauert, während die Kirche selber ein Nagelfluhbau ist, größenteils verputzt.

Auf dem Chorbogen der Kirche sind alle diese Adelswappen aufgemalt und mit stukkierten Kronen geschmückt, in der Mitte das große Wappen von Max Graf von Paumgarten Frauenstein, das zwei strandartentragende Greife stützen. Der Anfang der Marienwallfahrt:

Pfarrer Antonius Käser (1739-85) zählte in seinem Mirakelbuch "Verzeichnuß der von der Wunderthätigen Gnadenbildniß Maria erwiesene Guettthaten" 96 wunderbare Begebenheiten auf, die den Anfang der Wallfahrt gebildet haben sollen. Die berühmteste Begebenheit davon aber war diese:

1716 kam der churbaierische Füsilier Weeger in die Kirche von Stubenberg, um vom Muttergottesbild die als Votivgaben zurückgelassen Schmuckgegenstände zu rauben. Als er seine Hand danach ausstreckte, faßte ihn Maria bei der Hand und ließ ihn nicht mehr los, bis er verhaftet wurde. Sie sagte ihm, sie werde dieses Mal sein Leben noch verschonen, prophezeite ihm aber, daß er in 6 Jahren hingerichtet werden würde, da er das Rauben nicht lassen könne.

Am 06.05.1722 landete Weeger in Eggenfelden am Galgen.

Quelle: http://www.pfarrei-stubenberg.de/Geschichte.htm

Copyright: H.j.weber
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Uploaded: 22/06/2012
Updated: 10/07/2014
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Tags: churches; architecture
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