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Braunau - Tor Turm
Upper Austria

Braunau am Inn ist die älteste und mit 16.217 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) bevölkerungsreichste Stadt im oberösterreichischen Innviertel. Sie liegt rund 60 km nördlich von Salzburg und auf etwa halber Strecke je rund 110-120 km östlich von München bzw. westlich von Linz entfernt.

Als Bezirkshauptstadt des Bezirks Braunau am Inn bildet Braunau mit der am gegenüberliegenden Ufer des Inn gelegenen deutschen Stadt Simbach am Inn in Bayern ein grenzübergreifendes Mittelzentrum. Der zuständige österreichische Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Braunau am Inn.

Geschichte:

788 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung von Rantesdorf (Ranshofen) und 1120 wurde Braunau zum ersten Mal urkundlich unter dem Namen Prounaw erwähnt. 1260 erhielt Braunau das Stadtrecht. Beim großen Stadtbrand 1380 wurde die hölzerne Stadt der Gründerzeit samt Innbrücke völlig zerstört. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadtpfarrkirche Sankt Stephan erbaut, und 1492 erfolgte die Grundsteinlegung für den 87 Meter hohen Turm der Stephanskirche. 1504 wurde die Stadt von den Pfälzern beschossen und kurzzeitig besetzt.

Während des bayerischen Volksaufstandes 1705/06 (Sendlinger Mordweihnacht) war Braunau für einige Zeit in der Hand der Rebellen und tagte in Braunau der Landesdefensionskongress (Braunauer Parlament). Im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges wurde Braunau 1743 belagert.

1779 wurde im Friedensvertrag von Teschen das bisher zu Bayern gehörende Innviertel den Habsburgern zugesprochen.

Der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm wurde 1806 in Braunau auf Befehl Napoleons wegen Hochverrats hingerichtet. Zwischen 1810 und 1816 gehörte das Innviertel kurzzeitig wieder zu Bayern.

In der rückblickenden Geschichtsschreibung markiert das Jahr 1889 die Geschichte Braunaus als Geburtsort des späteren Diktators und Begründers des Nationalsozialismus Adolf Hitler, der am 20. April dieses Jahres in Braunau geboren wurde.

In Braunau garnisonierte 1914 das K.u.K. Galizische Feldjäger-Bataillon Nr. 4. Bereits bei Kriegsbeginn wurde ein Gefangenenlager entlang der Mattig errichtet. In 120 Baracken wurden bis zu 15.000 Kriegsgefangene untergebracht. Die k.u.k. Marine-Akademie wurde ein Jahr darauf von Pula in die Salzburgertor-Kaserne (heute Bucheder) verlegt, ein weiteres großes Barackenlager im Ortsteil Laab errichtet. Hier wurden Flüchtlinge aus dem Trentino (damals: Welschtirol) untergebracht.

Nach dem im März 1938 erfolgten Anschluss von Österreich an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurde die bisher selbstständige Gemeinde Ranshofen am 15. Oktober 1938 in der Stadtgemeinde Braunau am Inn eingemeindet. Martin Bormann kaufte das Geburtshaus von Adolf Hitler von der Familie Pommer für 150.000 Reichsmark. In den Akten der NSDAP findet sich dazu am 19. Mai 1938 folgende Notiz von SS-Brigadeführer Edmund Veesenmayer: „Die von Bormann angeforderten Verhandlungen über den Ankauf des Geburtshauses Hitlers in Braunau an den Geldforderungen der Besitzer Gebr. Pommer gescheitert; Übernahme des Geburtszimmers durch die Ortsgruppe der NSDAP; weitere energische Maßnahmen erwogen.“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Braunau zur US-amerikanischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich. Von der amerikanischen Militärverwaltung wurde ein DP-Lager eingerichtet.

Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit und Gedenken:
Braunau am Inn war und blieb als „Geburtsstadt von Adolf Hitler“ bekannt. Eine Aufarbeitung der NS-Vergangenheit begann jedoch erst zögerlich ab Ende der 1980er-Jahre. Im April 1989 – zwei Wochen vor dem 100. Geburtstag Hitlers – wurde auf Veranlassung von Bürgermeister Gerhard Skiba auf öffentlichem Grund vor dem Geburtshaus von Adolf Hitler ein Mahnstein gegen Krieg und Faschismus errichtet.[2] Der Stein stammt aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. Seitdem wurden mehrere Projekte ins Leben gerufen, die sich mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzen und die der Mahnung und dem Gedenken dienen. Seit 1992 veranstaltet der Verein für Zeitgeschichte jährlich die Braunauer Zeitgeschichte-Tage, die sich mit Themen der Zeitgeschichte und zunehmend der Regionalgeschichte befassen. Im Jahr 2006 wurde der Park des Krankenhauses auf den Namen des von den Nationalsozialisten hingerichteten Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter umbenannt und der deutsche Künstler Gunter Demnig verlegte in Braunau am Inn – im Rahmen seines europaweiten Gedenkprojektes Stolpersteine – mehrere solcher Gedenksteine für NS-Opfer, die ehemals im Ort gelebt hatten.

2007 verlieh die Stadtgemeinde gemeinsam mit dem Verein für Zeitgeschichte erstmals den Egon Ranshofen-Wertheimer Preis, der nach dem aus Ranshofen bei Braunau am Inn stammenden Diplomaten, Staatsrechtler und Emigranten sowie Beraters der US-Regierung während des Zweiten Weltkrieges, Egon Ranshofen-Wertheimer, benannt wurde. Mit dem Preis werden seitdem Auslandsösterreicher ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für ihre Heimat Österreich engagieren bzw. engagiert haben.

Am 7. Juli 2011 entzog der Braunauer Gemeinderat Hitler die in den 1930er Jahren durch die damals noch selbstständige Gemeinde Ranshofen verliehene Ehrenbürgerwürde sowie das Heimatrecht.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Braunau_am_Inn

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